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01 / 2022
 
 
 
Dr. Julia Inthorn
Zentrum für Gesundheitsethik
an der

Ev. Akademie Loccum
 

Liebe Leser*innen, liebe Kolleg*innen, liebe Ethik-Interessierte,

die Omikron-Welle hat die Dynamik der Pandemie im Alltag nochmal verändert und auch im Zentrum für Gesundheitsethik sind wir nicht vollständig davon verschont geblieben. Gespräche über Ansteckungswege in der Familie, Symptome und Krankheitsverläufe sind näher gerückt und insbesondere für Familien hat das Schlagwort von der „Durchseuchung der Schulen“ seine Abstraktheit verloren. So bleiben weiterhin Vorsicht und multiple Teilnahmemöglichkeiten oberste Maßgabe, bei allem, was wir am Zentrum für Gesundheitsethik auch wieder in Präsenz planen.
Auf dem Klausurtag des ZfG Ende März 2022 haben wir uns daneben auch mit Fragen der Nachhaltigkeit bei Büroabläufen und Veranstaltungen befasst sowie intensiv über den Wert von Homeoffice und die Bedeutung von Gesprächen und schnellen Klärungsmöglichkeiten vor Ort für das kollegiale Miteinander und Arbeitsprozesse diskutiert. Wie so häufig in ethischen Zusammenhängen zeigt sich auch hier, dass strukturierte diskursive Verfahren hilfreich sind, wenn es darum geht, individuelle Vorstellungen guten (Arbeits-)Lebens mit den Notwendigkeiten guter Erreichbarkeit einer Dienstleistungseinrichtung und externen Rahmenbedingungen abzugleichen. Egal ob in Präsenz oder online freuen wir uns auf die Diskussion ethischer Fragen mit Ihnen.

Es grüßt Sie im Namen des Zentrums für Gesundheitsethik

Ihre Julia Inthorn
Direktorin

 
 
 Aktuelles
 
Bild: J. Inthorn
 
Wann ist es zuviel?

Die Zentrale Ethikkomission bei der Bundesärztekammer hat unter der Federführung von Frau Julia Inthorn eine Stellungnahme erarbeitet, die sich mit ärztlicher Veantwortung an den Grenzen der Sinnhaftigkeit medizinischer Maßnahmen be-schäftigt. Die Stellungnahme soll Hilfestellung für Entscheidungen und Kommunikation in der Praxis leisten.
 
 
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Kontroverse
 
Bild: J. Inthorn

Ist Künstliche Intelligenz gender-neutral?
 
Sowohl gesellschaftlich als auch in den Systemen der Gesundheitsversorgung lässt sich eine zunehmende Sensibilität für den Umgang mit Diversität erkennen. Grundsatz dabei ist, dass Menschen gleichbehandelt werden und gleichen Zugang zu Chancen haben müssen und dabei insbesondere Merkmale wie Geschlecht oder Hautfarbe keine Rolle spielen dürfen. Kann Künstliche Intelligenz (KI) dabei helfen, strukturelle Ungleichheit zu reduzieren? Auf den ersten Blick scheint KI in diesen Fragen neutral, da sie frei von menschlichen Vorurteilen ist. Aber KI und Algorithmen lernen an Hand der Daten aus unserer Welt, die durchzogen sind von diskriminierenden Strukturen und können diese entsprechend auch reproduzieren und verstärken. Um struktureller Ungleichheit entgegenzutreten bleiben wir auf die ethische Reflexion und aktives Eintreten von menschlichen Akteur*innen angewiesen, die nun auch die Funktion von KI in diesen Strukturen mit bedenken müssen.
 
 
 
 
 Ethik praktisch
 
Bild: J. Müller

Tamoxifen nicht lieferbar - ein Thema für die Ethik?
 
Ende Februar wurde bekannt, dass das Brustkrebsmedikament Tamoxifen nicht mehr ausreichend lieferbar sei. Laut Spiegel können bis zu 130.000 Patient*innen von diesem Lieferengpass betroffen sein.
Ist das ein Thema für die Ethik?
Grundsätzlich sollte jeder Mensch Zugang zu benötigten Arzneimitteln haben.
Ist das nicht der Fall, stellt sich die Frage nach der Verantwortlichkeiten dafür. Lässt sich der Lieferengpass auf exogene Ereignissen, wie bspw. Umweltkatastrophen, Unfällen, Rohstoffmangel oder Krieg zurückführen, können einzelne Akteur*innen nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Das Urteil fällt anders aus, wenn individuelles Verhalten oder problematisch gestaltete Anreizstrukturen Auslöser der Krise sind. In einem solchen Fall können Verantwortlichkeiten zugeschrieben und Lösungsstrategien erarbeitet werden.
Da das BfArM am 04. März mitteilte, dass es durch zusätzliche Einkäufe die Versorgungslücke wieder schließen wird, scheinen Produktionsprobleme nicht die Ursache des Lieferengpasses zu sein. Damit stellt sich die Frage, aus welchen Gründen es zu den besagten Lieferengpässen gekommen ist und weshalb diese strukturell wirksamer sind, als die Interessen der Patient*innen. Am Ende dürfen jedenfalls Gewinnerwartungen oder Einsparziele nicht dazu führen, dass Patient*innen essentielle Arzneimittel vorenthalten werden.
 
 
 
 
 Schlaglicht: Tagungen
 
Bild: Landeskirche Hannover

Tagung zum Thema Seelsorge und Assistierter Suizid am 7./8. März 2022
 
Seelsorge aus der "Problemtrance" in die Ressourcenaktivierung zu bringen, das war einer von vielen intensiv diskutierten Aspekten der Tagung "Begleiten oder nicht Begleiten? Seelsorge und Assistierter Suizid". Was das mit Ambivalenzen und ambivalenz-orientierter Seelsorge im Kontext der Fragen zum Assistierten Suizid zu tun hat und welche Anregungen aus der Tagung erwachsen, lesen Sie hier: 
 
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 Zum Weiterdenken
 
Bild: R. Denkhaus

 
Durch den „Braunschweiger Fall“ ist das Thema Leihmutterschaft und die Frage nach der Haltung der evangelischen Kirche(n) dazu in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Ist es gerechtfertigt, einem kirchlichen Mitarbeiter zu kündigen, weil er mit seinem Ehemann eine Leihmutterschaft im Ausland in Anspruch nehmen will? Ist hier aus evangelischer Sicht tatsächlich eine „rote Linie“ überschritten, bei der die Entscheidung nicht mehr der individuellen Verantwortung des Einzelnen überlassen werden kann – und wenn ja, warum? Ein fundiertes Urteil zu dieser Frage setzt eine differenzierte Auseinandersetzung mit der komplexen Thematik voraus. Eine Handreichung von Bischof Christoph Meyns zu rechtlichen, ethischen und entwicklungspolitischen Aspekten der Leihmutterschaft finden Sie auf der Internet-Plattform „Evangelische Medizin- und Bioethik“ (https://www.ev-medizinethik.de/themen/lebensanfang/reproduktionsmedizin_kinderwunsch).
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Kurse und Tagungen

 
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30159 Hannover
T: 0511 1241-496
E: stefanie.hennemuth@evlka.de 
 
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